Gefährdung von Grundwasser, Natur, Klima, Lebensqualität und Immobilienwerten
Wie die Märkische Allgemeine Zeitung am 15. Januar berichtet (Link s.u.) , soll das seit 2016 laufende Genehmigungsverfahren für die geplante Bauschuttdeponie in der Fresdorfer Heide im Jahr 2026 abgeschlossen werden. Das zuständige Landesumweltamt (LfU) kündigte an, noch in diesem Jahr eine Entscheidung zu treffen. Für den Fall einer Genehmigung hat die Gemeinde Michendorf bereits angekündigt, rechtlich dagegen vorzugehen. Grundlage dafür ist ein einstimmiger Beschluss der Gemeindevertretung, der Bürgermeisterin und Verwaltung ausdrücklich den Rücken stärkt.
Die Kommune bekräftigt ihren Willen zur Renaturierung der ausgekiesten Flächen und verweist auf bestehende Planungen, die eine Deponienutzung an diesem Standort nicht vorsehen. Diese Position wurde auch in der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses (GEA) am 7. Januar 2026 erneut sehr deutlich. Bürgermeisterin, Ausschussmitglieder und zahlreiche anwesende Bürgerinnen und Bürger stellten klar: Eine Deponie in der Fresdorfer Heide wird abgelehnt.
Aus Sicht der Bürgerinitiative Depo-NIE ist diese Haltung folgerichtig. Die geplante Deponie gefährdet die Grundwasserreserven der Region, Natur- und Klimaschutz, die Lebensqualität vor Ort sowie – wie auch im MAZ-Artikel benannt (Link s.u.) – den Wert von Grundstücken und Immobilien in den betroffenen Gemeinden.
Der Betreiber REMEX GmbH setzt parallel den Kiesabbau fort und führt eigene Ausgleichs- und Entsorgungsmaßnahmen durch. Gleichzeitig wird das Gebiet seit Jahren faktisch auf eine Deponienutzung vorbereitet – obwohl weiterhin zwei zentrale Verfahren anhängig sind:
- die Erweiterung des Kiessandtagebaus
- das Genehmigungsverfahren für die Deponie
Nach Aussagen der anwesenden Vertreter von REMEX (Prokurist Stefan Roll und Betriebsstättenleiter Marco Keskowski) seien Rücklagen für die Nachsorge beim Bergamt hinterlegt. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der früheren Betreiberin BZR wirft dies jedoch grundlegende Fragen auf. Sollte es in den laufenden Verfahren zu einer Niederlage kommen, wäre es politisch und behördlich nicht hinnehmbar, wenn Gewinne privatisiert, Risiken und Folgekosten jedoch der Allgemeinheit aufgebürdet würden.

Ungeklärt blieb zudem die Entsorgung von teilweise gefährlichen Abfällen, die seit fast 20 Jahren illegal auf dem Gelände lagern. Hier stellen sich weitere Fragen: Welche Genehmigungen wurden in der Vergangenheit erteilt? Wurde das Liegenlassen dieser Abfallhaufwerke zunächst geduldet, um sie später in einer bislang nicht genehmigten Deponie zu entsorgen? Und handelt es sich bei der aktuellen Entsorgung um eine behördliche Auflage oder lediglich um eine Empfehlung?
(Links zu Berichten von „damals“ )
https://www.tagesspiegel.de/potsdam/potsdam-mittelmark/mull-ermittler-unzufrieden-mit-gerichten-7533424.html
https://muellrausch.de/2020/12/27/illegaler-muell-in-der-fresdorfer-heide-sonderbare-sanierung/

Auch die Diskussion um eine Wall- und Zaunanlage, die möglicherweise nicht auf dem Gelände des Betreibers errichtet wurde und nun zurückversetzt werden müsste, zeigt erneut die Defizite im Verfahren. Trotz gemeinsamer Begehungen mit dem Landrat Köhler und Mitarbeitenden in der Vergangenheit, anhaltendem Schriftverkehr und Gesprächen mit der Gemeinde Michendorf liegen bis heute keine klaren Antworten des Landkreises vor. Wurde der Zaun durch das Bergamt genehmigt? Wurde seine Lage geprüft?
Was an diesem Abend erneut deutlich wurde: Die Verfahren rund um Kiesabbau und Deponie sind nach wie vor intransparent und schwer nachvollziehbar. Welche Entscheidungen wann, durch wen und auf welcher Grundlage getroffen wurden, lässt sich nur mit großem Aufwand rekonstruieren. Antworten zu erhalten ist eine Sisyphos-Arbeit – eine Aufgabe, der sich die Bürgerinitiative Depo-NIE nun seit über zehn Jahren stellt.
💪 Die BI Depo-NIE ist vorbereitet. Die Planungen für das entscheidende Jahr 2026 laufen auf Hochtouren.
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👉 Melde Euch bei uns unter info@depo-nie.de, wenn Ihr Ideen, Fragen oder Hinweise habt
(Die Links sind hinter einer Bezahlschranke)
Link zum MAZ-Artikel (€) – „Fresdorfer Heide: Entscheidung zur Deponie fällt 2026 – Michendorf bereitet sich auf Klage vor“
https://www.maz-online.de/lokales/potsdam-mittelmark/michendorf/fresdorfer-heide-entscheidung-ueber-deponie-faellt-2026-michendorf-plant-klage-GEP72JL5TRHJLDWDP7EA5VFQM4.html
Link zum MAZ-Artikel (€) – „Werden Kredite 2026 teurer? Die Prognose von Potsdams Sparkassenchef Andreas Schulz“
https://www.maz-online.de/brandenburg/steigen-kredite-in-2026-potsdamer-sparkassenchef-schulz-gibt-prognose-ZXRD6YF6OVCETLQ5UCWV7PG7MM.html






