Ist blaues Gold in der Fresdorfer Heide?

Grundwasserstress in Deutschland

Quelle: ISOE – Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland, die unter strukturellem und/oder akutem Grundwasserstress leiden.

Was schon seit Anbeginn unsere Kampfes gegen die geplante Deponie in der Fresdorfert Heide ein wichtiges Thema war, wird nun (endlich) politisch thematisiert: Das WASSER.

Im Juni diesen Jahres wurde durch das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) im Auftrag des BUND eine Überblicksstudie „Grundwasserstress in Deutschland“ veröffentlicht. Die Studie zeigt u.a auf, dass nicht nur bei uns im Landkreis Grundwasserstress besteht, sondern in fast ganz Brandenburg und den angrenzenden Landkreisen der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Sachsen. Hauptursachen sind steigender Wasserverbrauch (Haushalte, Landwirtschaft, Industrie), Verschmutzung durch Nitrat, Pestizide und Chemikalien sowie die Folgen der Klimakrise (Trockenheit, sinkende Grundwasserstände, Extremwetter).

Da Grundwasser mehr als zwei Drittel unseres Trinkwassers liefert und zugleich Lebensraum für wichtige Ökosysteme ist, fordert der BUND:

  • Weniger verbrauchen (gerechte Preise, Entnahme-Monitoring)
  • Nutzungen klar priorisieren (Mensch und Natur vor Industrie)
  • Sauber halten (Chemikalien, Pestizide und Nährstoffeinträge begrenzen)
  • Vorräte stärken (Renaturierung von Böden, Wäldern, Auen und Mooren)

Die Studie macht deutlich: Grundwasser ist keine unendliche Ressource – es braucht dringend besseren Schutz.


Die MAZ berichtet – „Streit um Fresdorfer Heide: Deponie oder Wasser-Versorgung in Michendorf und Nuthetal“

In dem MAZ-Artikel vom 16.08.2025 (derzeit noch hinter der Paywall €) wird berichtet, dass der Wasservebdand Mittelgraben, zuständig für Michendorf und Nuthetal, mögliche Trinkwasserreserven in der Fresdorfer Heide erkunden und langfristig sichern möchte. Hintergrund sind wachsende Bedarfe durch Bevölkerungszuwachs, Klimawandel und sinkende Grundwasserspiegel in der Region.

Ein vierstufiger Plan sieht zunächst eine Machbarkeitsstudie vor, an deren Kosten sich auch die Energie und Wasser Potsdam GmbH beteiligt. Später könnten Probebohrungen und Versuchsbrunnen folgen, um die tatsächliche Eignung zu prüfen.

Der Verband betont, dass Trinkwassersicherung Vorrang haben müsse, da es um die Versorgung künftiger Generationen gehe. Noch ist unklar, ob die vermuteten Vorräte nutzbar sind – doch der Verband sieht es als notwendig an, mögliche Ressourcen rechtzeitig zu sichern, bevor sie durch andere Nutzungen dauerhaft verloren gehen.

Die nächsten Schritte und wichtigsten Daten sind zu diesem Verfahren sind:

24. September: In der Verbandsversammlung soll über einen Beschlussantrag abgestimmt werden, der die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie vorsieht.

Kosten Machbarkeitsstudie: ca. 25.000 €, davon übernimmt die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) 50 %.

Vierstufiger Plan:

  1. Machbarkeitsstudie (Startschuss nach Beschluss am 24.09.).
  2. Erste Voruntersuchungen und 4–6 Probebohrungen (falls sinnvoll).
  3. Langzeitpumpversuch und Ausbau einer Grundwassermessstelle.
  4. Bei positivem Ergebnis: Wassererschließung (Brunnen- und Wegebau, Antrag bei der Wasserbehörde).

Gesamtkosten für alle vier Stufen: ca. 1,65 Mio. € (ohne Bau eines Wasserwerks).

Ein mögliches Wasserwerk könnte erst in 10–15 Jahren folgen, wenn der Bedarf akut wird.